„Waiting fort he Lord“ begeisterte rund 400 Zuhörerinnen und Zuhörer.
Am Vorabend des dritten Advents lud der Valentin Becker Chor sein Publikum in die gut besuchte Kirche „Unsere Liebe Frau“ im Frauenland zu einem festlichen und besinnlichen Konzertabend.
Im Zentrum des Programms stand die lateinische Psalmvertonung „Laudate pueri Dominum“ von Georg Friedrich Händel. Unter der sicheren Leitung des Chorleiters Rudolf Haidu entfaltete sich Händels Musik in all ihren Facetten: jubelnde Chöre wechselten mit ruhigen, fast kontemplativen Passagen ab. Das spritzig frische Projekt-Orchester musizierte souverän und äußerst präzise. Besonders hervorzuheben ist die Leistung der Sopransolistin Anke Hájková-Endres, die sowohl in ihren solistischen Partien als auch im Dialog mit dem Chor überzeugte. Mit klarer Höhe, warmer Klangfarbe sowie eleganten und stets sicheren Koloraturen verlieh sie dem Lobgesang ihre ganz persönliche Note, was das begeisterte Auditorium mit spontanen Beifallsbekundungen bedachte.
Ergänzt wurde das Herzstück des Programms durch abwechslungsreiche Chormusik aus verschiedenen Jahrhunderten der Adventstradition. Von lateinischen Motetten Paslestrinas aus dem 16. Jahrhundert bis zu modern bewegten Kompositionen reichte das Repertoire, das der stilistisch breit aufgestellte Chor klangschön und sicher präsentierte. Bei Haidus selbstkomponiertem „Waiting for the Lord“ webten Chor und Solistin einen bunten Klangteppich aus Spiritual und Gospel, der die Zuhörer sichtlich begeisterte.
Für einen zusätzlichen Glanzpunkt sorgte der Konzertmeister und Solist Nazar Totovytskyi, der virtuos mit seiner Violine eigene Akzente setzte. Vor allem die moderne Caprice des zeitgenössischen ukrainischen Komponisten Myroslaw Skoryk setzte einen stilistischen Kontrapunkt, der das gebannt lauschende Publikum in höchstem Maße erfreute. Sein ausdrucksstarkes Spiel entführte in andere Sphären und legte Zeugnis seiner individuellen Interpretation ab.
Der lang anhaltende Applaus am Ende des knapp 90minütigen Konzertes zeigte, dass es dem Valentin Becker Chor gelungen war, den Zuhörerinnen und Zuhörern einen Moment der Ruhe und des Innehaltens zu schenken – ein musikalisches Tor zum dritten Advent, das Herz und Sinne gleichermaßen öffnete.
